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Forschung mit Wirkung: Arndt Reichert und Jantje Sönksen feiern ihre Antrittsvorlesungen am Conti-Campus

Forschung mit Wirkung: Arndt Reichert und Jantje Sönksen feiern ihre Antrittsvorlesungen am Conti-Campus

Bild Bild Bild © Foto: Kai Löffelbein
Sie sind inzwischen geschätzte Mitglieder des Professoriums der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät: Prof. Dr. Arndt Reichert und Frau Prof. Dr. Jantje Sönksen gemeinsam mit Prof. Dr. Marcel Prokopczuk, Dekan der Fakultät. (v. re.)

Es war ein Abend im Zeichen einer akademischen Tradition, die in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät bewusst gepflegt wird: persönlich, intellektuell anregend und zugleich geprägt vom Austausch innerhalb einer wissenschaftlichen Gemeinschaft. Rund 80 Gäste folgten am 21. Mai der Einladung von Dekan Prof. Dr. Marcel Prokopczuk zu den Antrittsvorlesungen von Prof. Dr. Arndt Reichert und Frau Prof. Dr. Jantje Sönksen auf den Conti-Campus.

Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde, wissenschaftliche Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreiche Mitglieder der Fakultät kamen in beinahe familiärer Atmosphäre hoch über den Dächern des Conti Campus zusammen, um die beiden Neuberufenen fachlich und persönlich kennenzulernen. 

Prof. Dr. Arndt Reichert, Professor für Gesundheits- und Entwicklungsökonomie, nahm die Zuhörenden mit auf eine Reise durch internationale Forschungsprojekte zwischen Nicaragua, Senegal und Europa. Im Zentrum seines Vortrags stand die Frage, wie ökonomische Schocks, soziale Normen und Informationsengpässe die Handlungsspielräume von Menschen prägen – insbesondere in schwierigen Lebenslagen. Er verbindet in seiner Forschung gesundheitsökonomische Fragestellungen mit Entwicklungsökonomie und evidenzbasierter Politikberatung. Erfahrungen aus seiner Zeit bei der Weltbank in Washington D.C. prägen dabei bis heute seine wissenschaftliche Perspektive.

Seine Forschung zeichnet sich durch einen starken Praxisbezug aus: Wie können soziale Sicherungssysteme Menschen resilienter machen? Welche Rolle spielen Informationen bei Gesundheitsentscheidungen? Und wie lassen sich politische Maßnahmen empirisch belastbar evaluieren? Arndt Reichert machte deutlich, dass wirtschaftswissenschaftliche Forschung nicht im Abstrakten verbleiben muss, sondern konkrete gesellschaftliche Verbesserungen anstoßen kann.

Dabei wurde auch sichtbar, welche Haltung seine wissenschaftliche Arbeit prägt. Verlässlichkeit, Transparenz und gegenseitige Unterstützung sind für ihn nach eigener Aussage zentrale Voraussetzungen gelingender Forschung. Wissenschaftlicher Erfolg und ein gutes Arbeitsumfeld gehörten zusammen – ebenso wie die Offenheit für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Prof. Dr. Jantje Sönksen, Professorin für Data Science und Financial Econometrics, widmete sich in ihrer Antrittsvorlesung den Herausforderungen moderner Finanzmarktökonometrie im Spannungsfeld von „Big Data“ und „No Data“. Dabei zeigte sie eindrucksvoll, dass Datenfülle und Datenmangel oft gleichzeitig auftreten und dass moderne ökonometrische Methoden beide Extreme produktiv machen können.

Sie versteht Finanzmarktökonometrie nicht nur als Anwendung statistischer Verfahren auf Finanzdaten, sondern als eigenständigen methodischen Zugang zur Überprüfung und Weiterentwicklung finanzwirtschaftlicher Theorie. In ihrem Vortrag spannte sie den Bogen von maschinellem Lernen über simulationsbasierte Schätzverfahren bis hin zur Frage, wie sich Risiken modellieren lassen, die gerade deshalb schwer messbar sind, weil sie selten oder bislang nicht eingetreten sind.

Besonders eindrücklich gelang dies anhand der sogenannten „Seltene-Desaster-Hypothese“ sowie am Beispiel statistischer Analysen während der COVID-19-Pandemie. Komplexe ökonometrische Fragestellungen übersetzte Jantje Sönksen dabei mit Klarheit und anschaulichen Beispielen in allgemein verständliche Zusammenhänge.

Auch ihre Vorstellung von guter akademischer Lehre wurde an diesem Abend deutlich: Begeisterung für das eigene Fach sichtbar zu machen und Forschung als gemeinsame, neugierige Suche nach Erkenntnis zu verstehen. Diese Verbindung aus methodischer Exzellenz, wissenschaftlicher Neugier und kommunikativer Offenheit prägte auch ihren Vortrag.

Das Fazit des Abends beim anschließenden Get-together: Die Antrittsvorlesungen machten nicht nur zwei beeindruckende wissenschaftliche Profile sichtbar, sondern auch das Selbstverständnis einer Fakultät, die Forschung, gesellschaftliche Relevanz und akademische Gemeinschaft zusammendenkt. Arndt Reichert und Jantje Sönksen bringen dafür unterschiedliche Perspektiven mit, verbunden durch den Anspruch, Wissenschaft verständlich, wirksam und international anschlussfähig zu gestalten.

 

Zu den Impressionen der Veranstaltung

 

Autorin: Birgitt Baumann-Wohlfahrt