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Forschungsschwerpunkt Mobilitäten in der globalisierten Ökonomie

Hohe soziale und räumliche Mobilitäten stellen sowohl Ursache als auch Auswirkung einer globalisierten Ökonomie dar. Soziale Mobilität erfasst Änderungen im individuellen sozio-ökonomischen Status, relativ zur Position der anderen in der Gesellschaft. Hierzu zählen z.B. die Bewegungen von Individuen innerhalb einer Gesellschaft über berufliche Karrieren oder zwischen Generationen, aber auch individuelle Statusänderungen über die sich wandelnde Rolle von Frauen oder Änderungen in der Wahrnehmung von Personen aus „fremden“ Kulturen und mit anderen Werten. Räumliche Mobilität bezeichnet die Bewegung von ökonomischen Akteuren im geographischen Raum (z.B. Migration innerhalb oder zwischen Ländern). Mobilitäten vollziehen sich auf der Grundlage von Strukturwandel, demographischen Verschiebungen, zunehmender Urbanisierung und Digitalisierung oder aufgrund von immer extremeren Umweltereignissen und Entwicklungszwängen wie Armut oder Nahrungsmittelunsicherheit. Zugleich stehen vielfach soziale Ungleichheiten, besitzstandswahrende politische und ökonomische Institutionen und Sozialstrukturen sozialer Mobilität im Wege.

Der Forschungsschwerpunkt analysiert die Determinanten und Auswirkungen sozialer und räumlicher Mobilitäten in der globalisierten Ökonomie  auf verschiedenen Ebenen (z.B. Haushalt, Unternehmen, Staat, supra-nationale Organisationen). Auf Haushaltsebene spielen die Motive von Migranten und die Wohlfahrtseffekte auf die Haushalte eine entscheidende Rolle. Auf internationaler Ebene stehen Mobilitäten häufig in Verbindung mit und komplementär zu Handels- und Investitionsströmen. Auf Unternehmensebene ergeben sich durch Veränderungen in der Arbeitsteilung (z.B. Outsourcing) oder in Wertschöpfungsprozessen (globale Wertschöpfungsketten) in Folge von sozialer Mobilität neue Organisationsstrukturen und Unternehmensformen. Aus polit-ökonomischer Perspektive stellen sich Fragen nach geeigneten staatlichen oder institutionellen Maßnahmen (Bildungs-, Sozial-, Industrie- und Zuwanderungspolitik) zur Gestaltung von Mobilitäten.