Area Health Economics

GEGENSTAND

In Deutschland werden heute pro Tag mehr als eine Milliarde Euro für das Gesundheitssystem ausgegeben. Diverse Herausforderungen wie beispielsweise der demographische Wandel und der medizinisch-technische Fortschritt machen eine systematische wissenschaftliche Analyse wirtschaftlicher Aspekte des Gesundheitswesens erforderlich. Das Gesundheitswesen weist zudem eine Reihe von Marktbesonderheiten auf, welche Analysen in diesem Sektor besonders interessant machen und die Berücksichtigung der Besonderheiten des Gutes Gesundheit bei der Anwendung von Konzepten der ökonomischen Theorie erfordern. Dennoch ist die Gesundheitsökonomie noch ein relativ junges Forschungsfeld. Gesundheitsökonomen analysieren das Gut Gesundheit systematisch bezüglich seiner Kosten und Nutzen, unterstützen die Entscheidungsträger bei der Organisation eines effizienten Gesundheitssystems mit wissenschaftlichen Informationen und untersuchen die Rolle und Vernetzung von Krankenhäusern, Arztpraxen, Pharmaunternehmen und Krankenkassen.
Im Rahmen der Area Health Economics werden die theoretischen Erklärungsansätze für die Interaktion auf Gesundheitsmärkten und ein Verständnis der heutigen Ausgestaltung der Gesundheitssysteme vermittelt sowie die Methoden der gesundheitsökonomischen Evaluationsforschung umfassend angewendet. Das Wirtschaftsgut Gesundheit und das Gesundheitswesen werden mit wirtschaftswissenschaftlichen Methoden untersucht sowie Angebots- und Nachfragemechanismen analysiert. Zudem werden institutionelle Kenntnisse über Sozialversicherungen vermittelt und Argumente für und gegen verschiedene Sozialversicherungssysteme aus verteilungstheoretischer und politökonomischer Perspektive diskutiert. In den vielfältigen Wahlmodulen werden darüber hinaus auch die betriebswirtschaftlichen Anforderungen an das Management von Unternehmen im Gesundheitswesen aufgrund der systemischen Besonderheiten thematisiert. Die unterschiedliche Gestaltung der internationalen Gesundheitssysteme und deren Auswirkung auf die im Gesundheitswesen agierenden Institutionen werden ebenso vertieft wie die einzelnen Methoden der gesundheitsökonomischen Evaluation, welche als empirisches Forschungsgebiet maßgeblich die wissenschaftliche und auch gesundheitspolitische Diskussion prägen. Viele weitere arbeitsökonomische und wirtschaftspolitische Vorlesungen sowie methodische und praxisorientierte Seminare runden das Lehrprogramm ab.

AUFBAU MAJOR

ModulartLeistungspunkte (ECTS)
Pflichtmodul5
Wahlmodule (ohne Seminare)35
Wahlmodule (Seminare)10
Summe:50

AUFBAU MINOR

ModulartLeistungspunkte (ECTS)
Wahlmodule20
Summe:20

DETAILAUFBAU

Die Module sind in den Semestern 1-3 zu belegen. Bei allen Wahlmodulen handelt es sich um das voraussichtliche Angebot, d.h. Änderungen sind noch möglich.

Pflichmodul Major / Wahlmodul Minor

Modul / Veranstaltung
SpracheSemesterPrüfungsartLP (ECTS)
Institut
Theory of Health EconomicsEnglischWiSeKlausur 60 min5Versicherungsbetriebslehre

Wahlmodule (ohne Seminare) Major / Wahlmodule Minor

Modul / Veranstaltung
SpracheSemesterLP (ECTS)Institut
Data AnalyticsDeutsch / EnglischWiSe und SoSeArbeitsökonomik
Personnel EconomicsEnglischSoSe5Arbeitsökonomik
Arbeit und GesundheitDeutschSoSe5Interdisziplinäre Arbeitswissenschaft
BWL im GesundheitswesenDeutschWiSe5Versicherungsbetriebslehre
Lebensqualität und Präferenzmessung im Rahmen von gesundheitsökonomischen EvaluationenDeutschWiSe5Versicherungsbetriebslehre
Modellierung als Methode zur Kosten- und NutzenabschätzungDeutschSoSe5Versicherungsbetriebslehre
Sekundärdatenanalyse als EvaluationsmethodeDeutschSoSe5Versicherungsbetriebslehre
Social Risk ManagementEnglischWiSe5Wirtschaftspolitik

Wahlmodule (Seminare) Major / Wahlmodule Minor

Modul / Veranstaltung
SpracheSemesterPrüfungsartLP (ECTS)Institut
Seminar Population EconomicsDeutschWiSeSeminar-
leistung
5 Arbeitsökonomik
Seminar Gesundheitspolitik und SystemvergleichDeutschSoSeSeminar-
leistung
5 Versicherungsbetriebslehre
Seminar Gesundheitsökonomische Evaluation1DeutschWiSeSeminar-
leistung
5 Versicherungsbetriebslehre

1 Erst ab WiSe 19/20. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass mindestens zwei der drei Module „Sekundärdatenanalyse als Evaluationsmethode“, „Modellierung als Methode zur Kosten- und Nutzenabschätzung“ sowie „Lebensqualität und Präferenzmessung im Rahmen von gesundheitsökonomischen Evaluationen“ erfolgreich absolviert worden sind.

FORSCHUNGS- UND PRAXISBEZUG

Die Gesundheitsökonomie als interdisziplinäres Forschungsfeld der Ökonomie, Medizin, Jura, Mathematik und Sozialwissenschaften ist heute von hoher wissenschaftlicher Bedeutung. Die Area Health Economics enthält ein breites Angebot von Vorlesungen und Seminaren zu aktuellen Fragestellungen und Methoden aus der Forschung. Die Studenten lernen anhand von praktischen Anwendungsbeispielen die zielgerichtete Durchführung von Versorgungsforschungsstudien, die Erhebung von Lebensqualität und Patientenpräferenzen sowie die Entwicklung von entscheidungsanalytischen Kosten-Effektivitätsmodellen. Ausgewählte Seminare werden in Zusammenarbeit mit Praktikern zu aktuellen praxisrelevanten Themen organisiert. Das Vorlesungs- und Seminarangebot wird durch erfahrene Lehrbeauftragte aus Krankenkassen, Krankenhäusern und Institutionen des Gesundheitswesens angereichert. Die vermittelten Konzepte werden zur Lösung praxisnaher Problemstellungen angewendet. Die Area Health Economics bereitet somit systematisch auf eine Karriere in der Forschung, in der wirtschaftswissenschaftlichen Beratung sowie in Unternehmen des Gesundheitswesens vor.

ZIELGRUPPE (EMPFOHLENE FÄHIGKEITEN)

Die Area Health Economics richtet sich an Studierende die an ökonomischen Aspekten von Unternehmen, Verwaltungen oder öffentlichen Einrichtungen im Gesundheitswesen interessiert sind. Das Programm ist konzipiert für Studenten, welche die ökonomische Theorie auf das Gesundheitswesen anwenden möchten und methodische sowie praktische Fähigkeiten zur Durchführung hochwertiger gesundheitsökonomischer Studien erlernen möchten. Ein Interesse für gesundheitsökonomische Evaluation auf Basis von entscheidungsanalytischen Modellen, Sekundärdaten und Präferenzmessungen sollte vorhanden sein.

BERUFLICHE PERSPEKTIVEN

Das Gesundheitswesen ist weltweit eine der wachstumsstärksten Branchen. Mit rund 5,2 Millionen Beschäftigten ist es beschäftigungspolitisch sogar von größerer Bedeutung als die Automobil- und Metallindustrie, der Maschinenbau und die elektrotechnische Industrie in Deutschland zusammen. Die Bedeutung dieses Sektors wird in Zukunft zudem durch Faktoren wie demographischer Wandel und medizinisch-technischer Fortschritt noch weiter zunehmen. Gesundheitsökonomen können daher in Krankenhäusern, der pharmazeutischen Industrie, bei Medizinprodukteherstellern und Krankenversicherungen sowie bei öffentlichen Verbänden und Instituten oder im Bereich des Consultings und der Wirtschaftsprüfung vielfältige berufliche Perspektiven finden.