Verleihung der Ehrenpromotion an Christoph M. Schmidt

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Leibniz Universität Hannover ehrte am 22. November 2019 eine herausragende Forscherpersönlichkeit und ihre Verdienste für die angewandte Wirtschaftsforschung. Professor Dr. Christoph M. Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und Professor für Wirtschaftspolitik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum, ist der dritte Wissenschaftler, dem die Fakultät seit ihrer Gründung 1974 die Ehrendoktorwürde verleiht.

Es hätte keinen besseren Platz für diese besondere Promotionsfeier geben können. Die Schönheit des Kreuzgewölbes und die goldfarbene Akustikwand verliehen dem Festsaal des erst im Mai 2019 eröffneten Begegnungs- und Kommunikationszentrums ‚Königlicher Pferdestall‘ eine besondere Anmut. Das 1888 errichtete historische Gebäude, das einst dem königlichen Ulanenregiment als Pferdestall diente, wurde an diesem Freitagnachmittag zu einem inspirierenden Ort gelebter Begegnung.

In ihren Reden würdigten Professor Dr. Jens Robert Schöndube, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Professor Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, und Professor Dr. Stephan L. Thomsen, Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik und Laudator, die Verdienste eines Ausnahmewissenschaftlers.

Christoph M. Schmidt, 1962 im australischen Canberra geboren, schloss 1987 an der Universität Mannheim sein Studium als Diplom-Volkswirt ab. Er promovierte 1991 an der Princeton University mit einer empirischen Analyse des deutschen Arbeitsmarktes und habilitierte sich 1995 an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit über den Arbeitsmarkterfolg von Zuwanderern auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Von 1995 bis 2002 war Christoph M. Schmidt Ordinarius für Ökonometrie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2002 ist er Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und Professor für Wirtschaftspolitik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum.

Das breite Spektrum der wirtschaftspolitischen Themen von Christoph M. Schmidt ist das Ergebnis seiner ausgezeichneten wissenschaftlichen Forschung, die sowohl in Qualität als auch in Quantität weit über das übliche Maß hinausgeht. Er forscht im Bereich der Arbeits- und Umweltökonomik sowie angewandten Ökonometrie. Daneben hat er vielbeachtete Beiträge zur Gesundheitsökonomik und zur internationalen Wirtschaft und dem Welthandel verfasst.

Im März 2009 wurde Christoph M. Schmidt durch den Bundespräsidenten in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dessen Vorsitzender er seit 2013 ist, berufen. Aus unabhängiger Expertensicht hat er sich in besonderer Weise für eine evidenzbasierte Wirtschaftspolitik eingesetzt. Er vermittelt mit großem Engagement die klare Überzeugung, dass wissenschaftlich überprüfbare und kausal identifizierte Zusammenhänge Grundlage politischer Entscheidungen, aber auch der öffentlichen Diskussion sein müssen.

In seiner Laudatio würdigte Professor Dr. Stephan L. Thomsen dieses zentrale Kennzeichen der Arbeit und die Standfestigkeit des Geehrten in den grundsätzlichen methodischen Überzeugungen: „Damit geben Sie hervorragend Beispiel, dass wissenschaftliche Politikberatung keine Sache von Empfindungen ist, sondern auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten erfolgen muss. Eigene Wertungen müssen sich diesen unterordnen.“

Prof. Christoph M. Schmidt begeisterte die Gäste, darunter auch zahlreiche Freunde und Weggefährten, mit einem fulminanten Festvortrag, von dem auch ein emotionaler Moment in Erinnerung bleibt. An seine Ehefrau und seinen Sohn gewandt, bekannte er: „Ich bin ein glücklicher Mensch.“

  • © Foto: Finn Winkler
    Prof. Dr. Dr. rer. pol. h. c. Christoph M. Schmidt nahm die Ehrung im Beisein seiner Familie entgegen. (v. li.: Michael Schmidt, Felicitas Bundschuh-Schmidt, Prof. Dr. Dr. rer. pol. h. c. Christoph M. Schmidt, Prof. Dr. Jens Robert Schöndube, Dekan)

  • © Foto: Finn Winkler
    Prof. Dr. Dr. rer. pol. h. c. Christoph M. Schmidt

  • © Foto: Finn Winkler
    Professor Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover

  • © Foto: Referat KuM
    Königlicher Pferdestall

  • Laudatio von Professor Dr. Stephan L. Thomsen

    LAUDATIO

    Zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Herrn Prof. Christoph M. Schmidt, PhD durch die Leibniz Universität Hannover am 22. November 2019

     

    Lieber Herr Schmidt,

    Sie erhalten heute die Ehrendoktorwürde unserer Fakultät und Universität. Dieses aus verschiedenen Gründen besondere Ereignis feiern wir gerne mit Ihnen.

    Eine Ehrenpromotion ist dabei nicht allein für Sie, lieber Herr Schmidt, sondern auch für unsere auszeichnende Universität ein freudiges Ereignis. Zunächst einmal ist sie sehr selten – an unserer Fakultät ist es in ihrem fast fünfzigjährigen Bestehen erst die dritte Auszeichnung dieser Art und die letzte liegt bereits über ein Vierteljahrhundert zurück – und diese Seltenheit ist gleichermaßen Ausdruck der herausragenden Stellung, die der Ausgezeichnete in seinem wissenschaftlichen Wirken erreicht hat. Daneben ist die Verleihung einer Ehrenpromotion eine besondere Freude, weil wir jemanden gerade für diese Leistungen auszeichnen dürfen und Sie sich – wie Sie mir bereits nach dem ich Ihnen die Nachricht übermittelt habe – darüber freuen. In diese Freude stimmen wir alle heute Abend mit ein.

    Gemäß der Promotionsordnung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist die Verleihung einer Ehrenpromotion für hervorragende wissenschaftliche Leistungen oder besondere persönliche Verdienste ideeller Art mit Zustimmung durch den Senat möglich. Voraussetzung ist der Vorschlag von mindestens fünf Mitgliedern des Promotionskollegiums mit anschließender Entscheidung durch den Fakultätsrat. Im Unterschied zur Promotion ist die Ehrenpromotion damit eine Ehrung für Verdienste, erreicht durch wissenschaftliche Leistungen oder besondere Verdienste ideeller Art. Sie ist kein akademischer Grad, dem eine individuelle Prüfung vorausgeht.

     

    Als ich vor gut zwei Jahren auf die ersten Kollegen mit der Idee der heutigen Auszeichnung zuging, freute ich mich über die rasche und einhellige Zustimmung – zunächst im Kreise der fünf Vorschlagenden. Im Anschluss folgte die Überzeugung von Fakultät und Senat durch ausführliche Erörterung des Vorschlags und entsprechender Begründung. Diese Prüfungen – bei denen Sorgfalt vor Schnelligkeit die Ratio war – können mit klarer Überzeugung als weiterer Ausweis der Bedeutung der Ehrenpromotion an unserer Fakultät und Universität gelten.

    Da der Geehrte zudem unbestritten eine höhere Reputation als die Ehrenden besitzt, dauert ein solches Verfahren entsprechend lange. Die Ehrenpromotion als Ausweis besonderer Verdienste ist ja eine Auszeichnung, die hohe Anforderungen an den Auszuzeichnenden bzw. Ausgezeichneten stellt. Dass Sie, lieber Herr Schmidt, diese Anforderungen in besonderer Weise erfüllen, ist in unserer Disziplin unbestritten. Unsere Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Leibniz Universität Hannover darf entsprechend bescheiden stolz darauf sein, als erste auf die längst naheliegende Idee gekommen zu sein und Ihnen den Titel „doctor honoris causa“ zu verleihen.

    In Ihrer langen wissenschaftlichen Karriere haben Sie sich stets und in besonderer Weise um die Weiterentwicklung der Volkswirtschaftslehre als Fach eingesetzt und wesentliche Beiträge geleistet. So sind Sie in Ihren Funktionen als Hochschullehrer, als Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung sowie als Mitglied und Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für eine evidenzbasierte Wirtschaftspolitik eingetreten. Die klare Überzeugung, dass wissenschaftlich überprüfbare und kausal identifizierte und identifizierbare Zusammenhänge Grundlage politischer Entscheidungen, aber auch der öffentlichen und gesellschaftlichen Diskussion sein müssen, vermitteln Sie auf vielfältigen Wegen und mit großem Engagement, um eine möglichst große Öffentlichkeit von Nutzen und Zweck moderner empirischer Wirtschaftsforschung zu überzeugen. Hierdurch gelingt es Ihnen, wichtige wirtschaftspolitische Themen in den Fokus der Diskussion zu stellen und einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, wie gerade eindrücklich in der Debatte um den Klimawandel und die Einführung von CO2-Steuern zur Verringerung der menschgemachten Einflüsse unter Beweis gestellt.

     

    Sie, lieber Herr Schmidt, haben durch Ihre Arbeit außerdem in sicher nicht unerheblicher Weise dazu beigetragen, dass sich die volkswirtschaftliche Vorgehensweise mehr und mehr auch in benachbarten Disziplinen zum Standard entwickelt. Die Evaluation von Wirkungen bzw. die Bestimmung kausaler Effekte werden nach der Wirtschaftspolitik zunehmend zum Standard in allen politischen Bereichen und verwandten Gesellschaftswissenschaften – von der Psychologie über die Politikwissenschaften bis hin zu den Erziehungswissenschaften und der Soziologie. (Gerade erst vor 14 Tagen konnte ich mir dazu ein Bild als Gutachter an einem Zwischenaudit für ein WGL-Institut mit erziehungswissenschaftlichem Schwerpunkt in Bonn machen.) Dies ist eine wesentliche Entwicklung für die Politikberatung, da sie die Wissenschaftlichkeit der Aussagen zur Voraussetzung macht und zugleich zur interdisziplinärer Anerkennung führen wird. Sie wird so die Qualität der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen in Bezug auf ihre Anwendbarkeit und Nützlichkeit zur Lösung gesellschaftlicher Probleme nachhaltig verbessern. 

    Erlauben Sie mir, sehr geehrter Herr Schmidt, sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, Ihnen und uns ein paar Stichworte zur Ihrem Lebenslauf in Erinnerung zu rufen. Sie wurden am 25. August 1962 in Canberra geboren, studierten Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim mit Diplom im Jahr 1987 und wurden an der Princeton University 1991 zum PhD promoviert. Sie habilitierten sich im Jahr 1995 an der Universität München und waren von 1995 bis 2002 Ordinarius für Ökonometrie an der Universität Heidelberg. Seit 2002 sind Sie Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Professor an der Ruhr-Universität Bochum.

     

    Zum März 2009 wurden Sie dann in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („die fünf Wirtschaftsweisen“) berufen, seit März 2013 sind Sie dessen Vorsitzender. Die fünf Mitglieder des Rats werden für einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung berufen. Der Sachverständigenrat wurde durch Gesetz im Jahre 1963 mit dem Mandat eingerichtet, aus unabhängiger Expertensicht eine periodische Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland vorzulegen und damit zur Erleichterung der Urteilsbildung bei allen wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie der Öffentlichkeit beizutragen. Seine Ausführungen und Konzeptionen sind ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftspolitischen Diskussion in Deutschland und haben die politische Entscheidungsfindung merklich beeinflusst.

    Im September 2016 erhielten Sie den Gustav-Stolper-Preis des Vereins für Socialpolitik. Der einmal jährlich an eine Person vergebene Preis zeichnet hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die mit Erkenntnissen wirtschaftswissenschaftlicher Forschung die öffentliche Diskussion über wirtschaftliche Zusammenhänge und Probleme beeinflussen und wichtige Beiträge zum Verständnis und zur Lösung ökonomischer Probleme im internationalen Vergleich geleistet haben.

    In weiteren Funktionen sind Sie, lieber Herr Schmidt, Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen in München, Mitglied des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie Mitglied und Präsidiumsmitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Sie sind darüber hinaus Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Fritz-Thyssen-Stiftung und im OECD International Network on Financial Education (INFE) Research Commitee, Research Fellow des Centre for Economic Policy Research (CEPR London) und des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA Bonn).

    Ihre wissenschaftliche Exzellenz und Bedeutung als wirtschaftspolitischer Berater ist in der wissenschaftlichen Gemeinschaft der Volkswirte national und international unbestritten und kommt durch die Aufgaben und Auszeichnungen in besonderer Weise zum Ausdruck.

     

    Aber wie entstand diese Reputation und Nachfrage? Sie nährt sich insbesondere durch ein unvergleichlich breites wissenschaftliches Oeuvre, das durch eine sehr große Zahl wissenschaftlicher Artikel in internationalen Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren dokumentiert ist.

    Zunächst einmal sind Sie – wie gerade in den letzten Wochen medial und politisch sehr sichtbar wurde - ein ausgewiesener Umweltökonom. Über die vergangenen gut zwei Dekaden haben Sie sich mit unterschiedlichen Fragen insbesondere aus den Bereichen Energieversorgung, Energiepolitik und Klimawandel beschäftigt. Gemeinsam mit unterschiedlichen Koautoren haben Sie dazu weit mehr als 20 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht.

    Außerdem sind Sie klar einschlägig auch als Arbeitsökonom und haben hierzu umfangreich geforscht und publiziert. Mit arbeitsmarktökonomischen Fragestellungen haben Sie sich schließlich bereits seit Beginn Ihrer wissenschaftlichen Arbeit auseinandergesetzt. Aus meiner Sicht sehr wertvolle Beiträge sind Ihnen dabei im Bereich der Untersuchung der Bedeutung von Rahmenbedingungen und Institutionen – z.B. Lohnbildung und Tarifpolitik, Aktive und Passive Arbeitsmarktpolitik – des Arbeitsmarktes für Beschäftigung und Wirtschaftskraft gelungen. Besonders hervorzuheben ist auch Ihre frühe Beschäftigung mit Migranten im Arbeitsmarkt. Hierzu haben Sie als einer der ersten Ökonomen im deutschsprachigen Raum bereits in den 1990er Jahren bis heute vielbeachtete Beiträge erarbeitet. Dies war eine Zeit, in dem ein Satz wie „Deutschland ist ein Einwanderungsland“ politisch und gesellschaftlich provoziert hätte, obgleich Ihre Arbeiten genau diesen Umstand bereits eindrücklich belegten. Die Anstrengungen einer bundesweiten Integrationspolitik wurden erst eine knappe Dekade später aufgenommen.

    Doch damit nicht genug. Während von einem Wissenschaftler für die Berufung gemeinhin die Beschäftigung mit zwei unterschiedlichen Forschungsgebieten erwartet wird – eines während der Promotion und eines danach – und damit die Fähigkeit zur Vertretung des Fachs in seiner Breite Bestätigung findet, haben Sie, lieber Herr Schmidt, noch mindestens drei weitere Themenbereiche intensiv beforscht.

     

    Zu nennen ist zunächst die Gesundheitsökonomik: Hier reicht Ihr Interesse von ökonomischen Wirkungen von Krankheiten in Schwellenländen über Fragen von Sucht und legalem Drogenkonsum zu institutionellen Fragen wie der Bedeutung der Eigentumsverhältnisse und Finanzierungssicherheit von Krankenhäusern. Die Antworten zu diesen Fragen haben Sie in einer beträchtlichen Zahl vielbeachteter gesundheitsökonomischer Aufsätze gegeben. Insbesondere in den vergangenen Jahren haben Sie sich außerdem zunehmend mit Fragen zu internationaler Wirtschaft und Welthandel auseinandergesetzt. Das fünfte Forschungsfeld, zu dem Sie in besonderer Weise in Erscheinung getreten sind, ist die Ökonometrie und empirische Wirtschaftsforschung. Auch in diesem Feld ist es Ihnen gelungen, zentrale Beiträge zu verfassen und dabei neben methodischen Arbeiten auch die Notwendigkeit methodischer Sorgfalt in der Anwendung ökonomischer Modelle und Verfahren in den Mittelpunkt Ihrer Aufsätze zu stellen. Aufgrund der großen Zahl von Veröffentlichungen wollte ich in dieser Laudatio nicht eine einzelne hervorheben und weiche – versprochen – nur dieses eine Mal mit dem Verweis auf Ihr Lehrbuch „Empirische Wirtschaftsforschung. Eine Einführung.“, das Sie gemeinsam mit Thomas Bauer und Ihrem viel zu früh verstorbenen Schüler Michael Fertig verfasst haben. Es ist das einzige mir bekannte deutschsprachige Buch moderner empirischer Wirtschaftsforschung, dass die Entwicklung der Fähigkeit unterstützt, empirische Arbeiten "verstehen" und beurteilen zu können.

    Außerdem haben Sie durch Ihr Schriftenverzeichnis eindrücklich belegt zu einer Reihe weiterer Felder gearbeitet. Hierzu zählen u.a. die Finanzwissenschaft und die Regionalökonomie, ergänzt durch interdisziplinäre Veröffentlichungen mit benachbarten Disziplinen.

    Ihre wissenschaftlichen Aufsätze heben sich dabei nicht allein durch ihre große Zahl weit aus dem Durchschnitt heraus, sondern vor allem durch ihre Qualität. Es ist Ihnen gelungen in Ihren verschiedenen Forschungsfeldern jeweils bedeutende Aufsätze zu verfassen. Mehrere Arbeiten wurden in hochrangigen Journalen – Top General Interest, Top Field in verschiedenen Feldern – veröffentlicht. Und außerdem erwähnenswert: Die Qualität der Arbeiten hat sich trotz der vielfältigen anderen Aufgaben nicht verringert, sondern liegt weiterhin auf einem konstant hohen Niveau.

     

    Neben den disziplinären wissenschaftlichen Aufsätzen zählen aber weitere Veröffentlichungen zu Ihrem Werk, von denen ich besonders die jährlichen Gutachten und Analysen des Sachverständigenrats hervorheben möchte. Sie sind ein wichtiger Gradmesser für die Objektivierung und Evidenzbasierung wirtschaftspolitischer bzw. wirtschaftlich relevanter politischer Entscheidungen – und beziehen dadurch fast den gesamten politischen Entscheidungshorizont in die Beurteilung ein.

    Dies alles beantwortet sicher hinreichend, wie Ihre Reputation aussieht. Aber meine eigentliche Frage war, wie diese Reputation und Nachfrage entstand? Ein Quentchen gesunder Verstand, Disziplin und Fleiß sind sicher Voraussetzungen. Die Suche nach den besten Lösungen für das vorliegende Problem unter Berücksichtigung des state-of-the-art (also der wissenschaftlichen Regeln und Rahmenbedingungen), aber zugleich auch die notwendige Erkenntnis, dass Wissenschaft auch wirtschaftlich-sparsam erfolgen muss, d.h. vor allem in einer vernünftigen Zeit einen Vorschlag unterbreiten sollte, sind weitere wichtige Eigenschaften. Außerdem anzuerkennen, dass die beste Lösung in der Regel nicht allein, sondern gemeinsam gefunden wird, wobei jeder Experte seinen komparativen Vorteil einbringt, kann als charakteristisch für Ihre Arbeitsweise gelten.

    Diese Eigenschaften zusammen folgen in ihrer Analogie dem Mannschaftssport, den Sie als Handballer kennengelernt habe. Hierbei stehen Sie charakteristisch für den Hallenhandball: auf 40x20m wird dabei robust die eigene Position verteidigt und mit hoher Schlagzahl werden Bälle durch gekonnte Spielzüge ins Tor gespielt. Die möglichen Angriffe und Positionierungen der Gegner, um den Spielzug zu durchkreuzen, sind dabei zu antizipieren und wenn nötig zu parieren. Das Schöne an diesem Sport ist, dass er durch die Variabilität, Ergebnisorientierung und Effizienz in hohem Maße unterhaltsam wird, Eigenschaften, die auch einer angewandten Wissenschaft bei der Lösung allgemeiner und alltäglicher Probleme gut zu Gesicht stehen. 

     

    Lieber Herr Schmidt, ich weiß nicht, wann Ihnen bewusstwurde, dass Sie mit dieser Arbeitsweise den Wandel unseres Fachs beschleunigt haben, der heute nicht mehr aufzuhalten ist und wie bereits erwähnt, die Grenzen des Fachs längst überwunden hat. Über die vergangenen Jahrzehnte haben Sie eine ganze Reihe von Schülerinnen und Schülern in den unterschiedlichen Forschungsgebieten ausgebildet und begleitet, von denen heute nicht wenige in Ihrer Tradition Forschung, Beratung und Ausbildung innerhalb und außerhalb der Wissenschaft fortsetzen.

    Ich möchte daher noch einmal auf das zentrale Kennzeichen Ihrer Arbeit, nämlich der wissenschaftlich überprüfbaren und kausal identifizierten Zusammenhänge als Grundlage politischer Entscheidungen hinweisen. Die Vermittlung dieses Vorgehens liegt Ihnen in besonderer Weise am Herzen und Sie präsentieren Ihre Position gegenüber Wissenschaft und Öffentlichkeit klar, aber immer ausgewogen und mit der notwendigen wissenschaftlichen Vorsicht.

    Damit geben Sie hervorragend Beispiel, dass wissenschaftliche Politikberatung keine Sache von Empfindungen ist, sondern auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten erfolgen muss. Eigene Wertungen müssen sich diesen unterordnen. Ihre Standfestigkeit in den grundsätzlichen methodischen Überzeugungen haben Sie auch bei offener Kritik oder politischer Ablehnung beibehalten. Dies verdient hohen Respekt.  

    Auch wenn gelegentlich durch Dritte so interpretiert, wollen Sie mit Ihren Arbeiten und Aussagen nicht provozieren, sondern durch Fakten und Wahrheit überzeugen. Dies zeigt sich insbesondere für Ihre Einwände gegen effektheischende Diskussionen über zentrale sozialpolitische Themen der Gesellschaft, wie jüngst beispielsweise zur Ungleichheitsdebatte. Hier fordern Sie rationale, an objektiven Erkenntnissen orientierte Diskussionen und tragen durch Ihre eigene Forschung gleichermaßen dazu bei.

     

    Die inhaltliche Ausrichtung Ihrer Forschungsschwerpunkte sowie die empirisch-angewandte Methodik haben einen engen Bezug zum Profil der volkswirtschaftlichen Institute der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. Zu Ihren Forschungsschwerpunkten in der Umweltökonomik, Arbeitsmarktökonomik, Gesundheitsökonomik, Internationalen Wirtschaft und dem Welthandel, Ökonometrie und empirischer Wirtschaftsforschung sowie Finanzwissenschaft finden sich namensgleiche bzw. namensähnliche Institute an unserer Fakultät. Mit Ihren Interessen und vielmehr noch mit Ihrer Arbeitsweise sind Sie Vorbild und bieten Orientierung für eine angewandte und einflussreiche wirtschaftswissenschaftliche Forschung.

    Ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und Verdienste für die Wissenschaft machen Sie zu einem würdigen Ehrendoktor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover.

     

    Herzlichen Glückwunsch!

  • Interview

    ICH HABE DIESE JAHRE ALS EINE UNHEIMLICHE BEREICHERUNG EMPFUNDEN

    Interview mit Prof. Christoph M. Schmidt anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde am 22. November 2019

    Egal, wer auf welche Weise Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst, er soll dafür den gleichen Preis zahlen.  Dieses Prinzip gilt den Mitgliedern des Sachverständigenrates und Klimaforschern als entscheidend für den Klimaschutz. Christoph M. Schmidt, seit 2013 Vorsitzender des Rates, über den Neuaufbruch in der Klimapolitik, den Umgang mit unfairer Kritik und warum die Rolle als Wirtschaftsweiser der Traum jedes Wissenschaftlers ist.

     

    Herzlichen Glückwunsch, Herr Professor Schmidt, zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover.
    Der Namensgeber dieser Universität reiste 1688 zu einer Audienz bei Kaiser Leopold I. nach Wien und unterbreitete seine Pläne für eine Münzreform und zum Geld-, Handels- und Manufakturwesen. Diese wurden von Leopold I. zwar wohlwollend anerkannt, jedoch nicht umgesetzt. Grämt es Sie, wenn auch die Kanzlerin, wie jüngst beim Klimapaket, nicht auf den Rat der Sachverständigen hört?

    In den vergangenen Jahren gingen viele Politikmaßnahmen in eine andere Richtung, als wir uns vorgestellt hätten. Bei der Klimapolitik war dies aber zumindest in den Grundzügen anders. Die Kanzlerin hatte sich in dieser Frage ausdrücklich unseren Rat gewünscht. Dies ist wohl auch wegen der großen öffentlichen Aufmerksamkeit geschehen, die das Thema aktuell genießt. Nun wird der CO2-Preis, der aus unserer Sicht in den Mittelpunkt eines Neuaufbruchs in der Klimapolitik gestellt werden sollte, zwar erst einmal nur eine Maßnahme unter vielen bleiben. Diese Weichenstellung ist schlichtweg noch nicht gut genug, um die in Europa vereinbarten Klimaziele wirksam und zugleich volkswirtschaftlich effizient zu erreichen. Aber immerhin hat das Klimakabinett ausdrücklich anerkannt, dass ein sektorübergreifender CO2-Preis die volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung wäre. Das lässt doch ein wenig für die Zukunft hoffen, da dürfen wir als wirtschaftspolitische Berater nicht den Mut verlieren und müssen am Thema dranbleiben.

     

    Wer rettet das Klima? Die Politik oder der Einzelne?

    Beide zusammen. Im besten Falle setzt die Politik die geeigneten Rahmenbedingungen, indem sie dem Umweltverbrauch, insbesondere der Nutzung des Deponieraums für Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre, einen angemessenen Preis gibt. Welche einzelnen Entscheidungen die Haushalte und Unternehmen angesichts dieses Preissignals treffen, um Emissionen zu vermeiden, sollte dann weitgehend ihnen überlassen bleiben. Das wäre kompatibel mit unserer Vorstellung einer freiheitlichen Gesellschaft, da die individuellen Entscheidungen ohne detaillierte Vorschriften in eine nachhaltige Richtung gelenkt würden. Und es wäre sinnvoll, denn für das Klima ist es letztlich völlig unerheblich, aus welcher konkreten Aktivität das emittierte CO2 stammt. Die Aufgabe für die Politik ist auch bei einer derart geringen Eingriffstiefe schon groß genug: Sie muss erstens ein Bepreisungssystem etablieren, das zu einem hinreichend glaubwürdigen Preissignal führt, um im Aggregat CO2-Emissionen drastisch zurückzuführen. Sie muss zweitens das Preissystem an denjenigen Stellen – und nur da – durch weitere Eingriffe ergänzen, an denen der CO2-Preis aufgrund von verbleibenden Hemmnissen nicht seine intendierte Wirkung entfalten kann. Und sie muss drittens in internationalen Verhandlungen dafür sorgen, dass nationale Anstrengungen global nicht wirkungslos verpuffen.

     

    Zu welchem Verzicht sind Sie persönlich bereit?

    Richtig ist in jedem Falle, dass wir als Gesellschaft insgesamt unseren Lebensstil noch weiter in Richtung eines nachhaltigen Verhaltens ändern müssen. Das ideale Lenkungssignal dafür ist ein einheitlicher CO2-Preis, denn dieser macht zum einen die Klimawirkung unterschiedlicher Vermeidungsaktivitäten sichtbar und erlaubt zum anderen dem Einzelnen abzuwägen, welche Aktivität aus der individuellen Sicht diesen Preis wert ist und welche nicht. Das würde das Klimathema von seiner oft kontraproduktiv wirkenden moralischen Überhöhung befreien und tatsächlich einer wirksamen Lösung zuführen. Bei Aufrufen zum Verzicht darf man ja häufig genug misstrauisch sein, ob dessen Verfechter dabei wirklich selbst einen Verzicht empfinden. Ich könnte zum Beispiel leicht dazu aufrufen, auf Kreuzfahrten, Golfspielen und SUV-Fahren zu verzichten, denn ich habe für alle drei Aktivitäten wenig übrig. Aber insofern der Umweltverbrauch ordentlich bepreist würde, hielte ich es nicht für angemessen, meine Präferenzen anderen überzustülpen.

     

    Was raten Sie den Akteuren der Students for Future-Bewegung, damit das öffentliche Interesse am Thema ‚Klimaschutz‘ nicht abflaut?

    Ich rate ihnen, weiterhin am Thema dranzubleiben, damit der von dieser Bewegung ausgehende Rückenwind letztlich in wirksame Weichenstellungen für eine bessere globale Klimapolitik umgesetzt wird. Gleichzeitig gilt es zu begreifen, wie komplex die Frage nach dem richtigen klimapolitischen Vorgehen ist. Denn nur im nationalen Kontext die richtigen Dinge zu tun, aber nicht darauf zu achten, ob und wie diese Aktivitäten in globale Anstrengungen eingebettet sind, wäre recht fruchtlos. Es gibt Zielkonflikte, nicht zuletzt mit den Entwicklungswünschen der ärmeren Volkswirtschaften. Daher wird bei der globalen Klimapolitik nur ein schrittweises Vorgehen zum Ziel führen, das auf dem Prinzip der Reziprozität aufbaut. Es gibt, bei aller Freude darüber, dass sich die Bewegung auf die Wissenschaft beruft, ja auch keineswegs eindeutige wissenschaftliche Antworten dazu, welches System der CO2-Bepreisung denn nun das Beste wäre und wie das internationale Koordinationsproblem am besten zu lösen sei. Nicht zuletzt aus diesen Gründen besteht die größte Herausforderung für die Bewegung darin, sich nicht von Kräften vereinnahmen zu lassen, die auf diese komplexen Probleme einfache politische Antworten geben wollen, die mit einer freiheitlichen Gesellschaft nicht zu vereinbaren sind.

     

    Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges Gremium der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung, das für seine Arbeit hohes Ansehen genießt. Der Rat sieht sich jedoch auch immer wieder erheblicher Kritik, vielfach aus dem politischen Raum, ausgesetzt. Wie gehen die Ratsmitglieder mit solchen Einwänden um?

    Der Sachverständigenrat hat ein wunderbares Mandat, da er bei der Erfüllung seiner Aufgaben unabhängig ist. Wir sind zwar konkret aufgefordert, die wirtschaftliche Lage und deren absehbare Entwicklung darzustellen, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und Möglichkeiten zu deren Vermeidung oder Beseitigung zu diskutieren. Aber niemand kann uns vorschreiben, welche Aspekte wir dabei im Detail betrachten und wie wir unterschiedliche wirtschaftspolitische Ziele bei dieser Gesamtschau gewichten sollen. Das bleibt unserem Expertenwissen und dem eigenverantwortlichen Diskurs untereinander überlassen. Dies erlaubt dem Sachverständigenrat, Einsichten und Ratschläge darzulegen, die bisweilen gegen den politischen und gesellschaftlichen Zeitgeist gehen und gerade deshalb dringend einen unabhängigen Fürsprecher brauchen. Das Gegenstück zu dieser Unabhängigkeit ist natürlich, dass wir uns häufig heftiger und nicht selten unfairer Kritik ausgesetzt sehen. Das müssen wir aber aushalten, denn wir berühren mit unseren Argumenten ja auch mächtige wirtschaftliche und politische Interessen. Selbst immer sachlich zu bleiben und alles daran zu setzen, die inhaltliche Qualität unserer Arbeit zu wahren, ist unsere beste Antwort darauf.

     

    Sie haben erst vor wenigen Tagen mit Ihren Kollegen das Jahresgutachten 2019/20 mit dem Titel „Den Strukturwandel meistern“ an die Bundesregierung überreicht – im Übrigen ein Werk von 557 Seiten. Was motiviert Sie nach 11 Jahren Erfahrung als Ratsmitglied zu dieser verantwortungsvollen, hochkomplexen und sicher auch kräftezehrenden Aufgabe als wirtschaftspolitischer Berater?

    Die Mitarbeit im Sachverständigenrat ist eine einmalige Chance, vergleichsweise wirkungsvolle Beiträge an der Schnittstelle zwischen ökonomischer Forschung und wirtschaftspolitischem Diskurs zu leisten. Ich habe diese Jahre als eine unheimliche Bereicherung empfunden. So hautnah an den zentralen wirtschaftspolitischen Problemen des Augenblicks gefordert zu sein, gut begründete Positionen dazu zu erarbeiten und diese möglichst verständlich – aber zugleich nicht übermäßig vereinfacht – zu transportieren, ist eine tolle Herausforderung. Da schafft man es leicht, sich jedes Jahr wieder neu zu motivieren. Unsere Unabhängigkeit gibt uns bei dieser Aufgabe erheblichen Rückenwind, und die hohe fachliche Kompetenz der anderen Mitglieder im Team der Räte und des wissenschaftlichen Stabs des Rates macht die Arbeit zu einer permanenten Lernerfahrung. Noch dazu durfte ich als Vorsitzender diese Arbeiten über einige Jahre als Primus inter Pares koordinieren. Was könnte man als Wissenschaftler mehr wollen?

     

    Was brauchen Sie heute im Beruf, was Sie im Studium nicht gelernt haben?

    Als Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung leite ich verantwortlich ein mittelgroßes Unternehmen. Da sind neben wissenschaftlichen Inhalten auch viele andere Fähigkeiten gefragt, beispielsweise was Personal- oder Haushaltsführung und die Berichtslegung darüber angeht. Man muss sich also mit so manchem beschäftigen, was nicht Teil eines VWL-Studiums ist. Aber noch viel wichtiger als diese inhaltlichen Aspekte ist aus meiner Sicht in den Kontexten, in denen ich arbeiten darf, die Frage der Teamarbeit. Sowohl in der modernen Wissenschaft als auch in der wirtschaftspolitischen Beratung kommt es darauf an, die vielfältigen Talente und Persönlichkeiten eines Teams in einen von allen getragenen Konsens zusammenzuführen. Das ist eine äußerst herausfordernde Aufgabe, denn wir haben in einem erstklassigen Forschungsinstitut und in Expertengremien herausragende Forscherinnen und Forscher sitzen, die sehr wohl um die Kraft ihrer Argumente wissen und ihre eigenen Positionen häufig nachdrücklich vertreten. Ich selbst war schon immer begeisterter Mannschaftssportler, in meinem Fall Hallenhandball, das ist durchaus eine gute Vorbereitung abseits des Studiums.

     

    Auch ein Amtsträger mit einem so beeindruckenden Arbeitspensum wie Ihrem muss mal pausieren. Wo und wie finden Sie Entspannung und Inspiration?

    Tatsächlich ist es nicht immer einfach, abzuschalten und einfach mal den Kopf freizubekommen. Mir gelingt das beispielsweise sehr gut in den Bergen beim Wandern mit meiner Frau. Ich habe auch große Freude an einem intellektuellen Gegenprogramm zu meiner Arbeit, schaue ziemlich viel Fußball und bin begeisterter Leser von Krimis sowie großer Kinofan, wenngleich ich dafür kaum noch Zeit finde.

     

    Vielen Dank für Ihre Auskünfte.

    Die Fragen stellte Birgitt Baumann-Wohlfahrt.