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Vertiefungsfach Arbeitsökonomik

Für Studierende im Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaft mit 4 Semestern Umfang ist die in der Tabelle enthaltene Einteilung in obligatorische und fakultative Module bzw. Seminare nicht relevant, da jedes Modul als Wahlpflichtmodul belegt werden kann.

Aufbau

SoSe 2017

WS 17/18

SoSe 2018

Pflichtmodul (PO 2012)

Labour Economics I

X

 

P2

Seminar

Seminar Arbeitsökonomik

X

X

X

Seminar Bildungsökonomik

 

 

Seminar in Personalökonomik

X

X

 

Forschungsseminar

X

X

 

Fakultative
Module / Wahlpflichtmodule
1

 

Personnel Economics

X

 

X

Population Economics

X

X

X

Inequality, Poverty, and Public Policy

X

 

Bildungsökonomik

X

 

Data Analytics

X

X

X

Mikroökonometrie

 

 

 

Grundlagen Entrepreneurship I

 

X

 

Grundlagen Entrepreneurship II

X

 

X

Labour and Development

X

X

 

Intergenerational Mobility

 

 

 

Klassische lineare Regression

 

 

X

Bedeutung und Effekte wirtschaftspolitischer Entscheidungen für Unternehmen

X

 

 

Theoriegeschichte

X

 

X

Arbeiten mit Umfragedaten

X

 

 

 1 Voraussichtliches Angebot

 2 BSc WiWi PO 2012: Prüfungsangebot (P) ist sichergestellt; Angebot der Veranstaltung wird erst mit dem Lehrplan SoSe 2018 festgelegt. MSc WiIng PO 2012: Abhängig von dem Ergebnis der Vertiefungsfachwahl im WS 17/18 wird über den Lehrplan SoSe 2018 festgelegt, ob die bisherige Lehrveranstaltung oder ein Ersatzangebot das Pflichtmodul darstellt.


Gegenstand

Each of us has to make a living. We have to decide how much time to spend on education, how hard and long to work in our jobs, how to split our time between private and professional life, whether we aim to get married and have children. As citizens and workers, we also establish views on immigration, tax-financed labour market policies, crime and potential discrimination of women or minority groups. As students who will soon be on the job market, you may also wonder what you can expect from a firm in your career and what the firm will expect from you. All these issues are within the academic field of labour economics. Personnel economics deals with the employer-employee relationship and may be viewed as a subfield of labour economics or a field of its own (the latter mainly for historical reasons, as human resources management or personnel economics originated in business administration rather than economics departments).

Labour economics has become a field much wider than pure analysis of wages and unemployment. Indeed, the field reaches out to all topics related to the economic productivity of persons, which includes formation of families, educational outcomes and technological developments.

In order to gain an understanding of these issues, both knowledge of microeconomic theory and econometric methods is necessary. Labour economics is one of the most empirical fields in economics and many innovations in econometrics have been driven by attempts to answer labour-related questions.

Zielsetzung

Ziel des Wahlpflichtfaches Arbeitsökonomik ist die Vermittlung von Kenntnissen über gesamtwirtschaftliche und innerbetriebliche Arbeitsmarktprobleme. Dazu gehören auch für den Arbeitsmarkt relevante Themen wie Bildung, Familie und Erwerbstätigkeit oder Zuwanderung. Einen wichtigen Bestandteil der modernen Arbeitsökonomik stellt die empirische Analyse des Arbeitsmarktes dar, z.B. durch die Bestimmung von Lohnstrukturen nach Qualifikationsgruppen, der Evaluation arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen oder der Schätzung von Anreizeffekten verschiedener Kompensationspolitiken von Unternehmen. Theoretische Modelle zur Erklärung des Arbeitsmarktgeschehens bilden entweder die Grundlage empirischer Analysen oder entstehen aufgrund empirischer Erkenntnisse.

Inhalte

Einen ersten zentralen Problembereich der Arbeitsmarktforschung stellen Löhne und Beschäftigung dar. Von den zahlreichen Preisen in einer Volkswirtschaft ist der Lohnsatz als Preis der Arbeit einer der wichtigsten: Er ist eine entscheidende Determinante des Beschäftigungsniveaus und der Höhe der Arbeitslosigkeit, er beeinflusst die personelle Verteilung der Arbeitseinkommen, und er prägt die Entscheidungen der Menschen, ob sie, wie lange sie und mit welcher »Intensität« sie arbeiten möchten. Kontrovers diskutiert wird, wie bedeutsam Marktkräfte und institutionelle Einflüsse für die Abläufe auf Arbeitsmärkten und die Bestimmung von Löhnen, Bildungs- und Erwerbsverhalten und Arbeitslosigkeit sind. Auf vollkommenen Märkten würde sich ein Lohnsatz einspielen, bei dem das Arbeitsangebot der Arbeitnehmer der Arbeitsnachfrage der Betriebe entspricht. Arbeitsmarktinstitutionen und Anreizprobleme bewirken jedoch, dass die Löhne über dem markträumenden Niveau liegen - damit ist der Lohnsatz eine entscheidende Determinante des Beschäftigungsniveaus und der Höhe der Arbeitslosigkeit. Folgende Fragen stehen hier im Mittelpunkt: Wie bestimmt sich das individuelle Arbeitsangebot und die betriebliche Arbeitsnachfrage? Welche Faktoren bestimmen die Lohnsätze und Lohnunterschiede? Inwieweit lohnt sich ein Hochschulstudium? Sind Studiengebühren gerechtfertigt? Welche Auswirkungen hätte ein Mindestlohn auf Armut und Beschäftigung? Beeinflussen Gewerkschaften Lohnniveau und Lohnstruktur? Verdienen Beamte und Herr Klose zuviel? Welche Beziehungen existieren zwischen Löhnen, Preisen und Arbeitslosigkeit? Für die Beantwortung dieser Fragen sind theoretische Erklärungen sowie empirische Methoden und Befunde heranzuziehen.

Ein zweiter wichtiger Problembereich wird durch die personalökonomische Richtung der Arbeitsökonomik, die während der letzten Dekaden an Business Schools in den USA entwickelt wurde, untersucht. Die Personalökonomie analysiert personalwirtschaftliche Probleme im Rahmen der ökonomischen Theorie. Wichtige Themen sind die interne Organisation von Betrieben hinsichtlich der Einstellung, Beförderung, Qualifizierung und Entlohnung von Arbeitnehmern sowie die Wahl der Arbeitsorganisation. Sollen Arbeitnehmer z.B. am Unternehmenserfolg beteiligt werden? Sind Männer schlechte Teamplayer? Welchern Einfluss haben Vertrauen, Loyalität, Fairness und Motivation in Beschäftigungsverhältnissen?

Zum dritten zentralen Problembereich der Arbeitsökonomik gehören Fragen der Arbeitsmarktsteuerung sowie der sozialpolitischen Absicherung der Bevölkerung. Seit 1992 ist die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik deutlich gestiegen, während sie in den USA gefallen ist. Die hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern hat einen breiten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zur Folge gehabt. Von hoher Bedeutung ist gerade in einer solchen Situation eine theoriegeleitete Konzeption, Durchführung und Erfolgskontrolle der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Evaluationsstudien sozial- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen versuchen u.a., folgende Fragen zu beantworten: Haben staatliche Fortbildungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erstens die Beschäftigungschancen und zweitens das Einkommenspotenzial der Teilnehmer verbessert? Erhöhen die sogenannten Hartz-Reformen die Anreize für Arbeitslose, eine Arbeit aufzunehmen? Brauchen wir mehr oder weniger Zuwanderung? Welche Effekte haben Anti-Diskriminierungsgesetze auf unterschiedliche Gruppen im Arbeitsmarkt? Was ist der Effekt des dreigliedrigen Schulystems auf die soziale Mobilität in Deutschland?

Bezug zu anderen Fächern

Inhaltliche und methodische Beziehungen des Faches Arbeitsökonomik bestehen insbesondere zu

  • Personal und Arbeit
  • Marketing
  • Entwicklungs- und Umweltökonomik
  • Öffentliche Finanzen
  • Ökonometrie und Statistik
  • Unternehmensführung und Organisation
  • Versicherungsbetriebslehre
  • Wirtschaftsgeographie
  • Wirtschaftstheorie

Basisliteratur

  • Borjas, G. (2013) Labor Economics, 6th edition, Boston et al.
  • Cahuc, P. and A. Zylberberg (2004) Labor Economics, Cambridge, London.
  • Ehrenberg, R. G. and R. S. Smith (2006) Modern Labor Economics, Theory and Public Policy, 9th edition Boston et al.
  • Franz, W. (2006) Arbeitsmarktökonomik, 6. Auflage Berlin.