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Prof. Dr. Marcel Prokopczuk publiziert im "REStud"

Das Institut für Finanzmarkttheorie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kann einen bemerkenswerten Erfolg verbuchen: Der Forschungsaufsatz „Historical Antisemitism, Ethnic Specialization, and Financial Development“ von Prof. Dr. Marcel Prokopczuk, Francesco D’Acunto (University of Maryland) und Michael Weber (University of Chicago) wurde vom “Review of Economic Studies” zur Publikation angenommen. https://academic.oup.com/restud/advance-article/doi/10.1093/restud/rdy021/4975771

Das Journal gehört mit der Klassifikation AA zur Gruppe der fünf weltweit führenden Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre und erscheint seit 2010 im größten Universitätsverlag Oxford University Press.

Die Autoren untersuchen in ihrer Forschungsarbeit am Beispiel des Antisemitismus, wie ethnische Konflikte die wirtschaftlichen Ergebnisse auf lange Sicht beeinflussen können. Sie zeigen, welche erheblichen Auswirkungen diese Politik auf wirtschaftliche Entscheidungsprozesse hat und erklären die anhaltenden räumlichen Unterschiede in der finanziellen Entwicklung deutscher Landkreise.

So verzeichnen Haushalte in Regionen, in denen der historische Antisemitismus im Mittelalter und in der NS-Zeit stärker war, einen geringeren Zugang zu Finanzdienstleistungen als andere Haushalte. Sie halten weniger Aktien, sie haben weniger Hypotheken aber nicht weniger Eigenheimbesitz und sie sparen weniger Geld auf Bankkonten, sparen aber genauso viel wie andere Haushalte. Die Autoren fanden auch Beweise dafür, dass Haushalte in Landkreisen mit größerem historischen Antisemitismus ihr Geld eher als Barvermögen halten.

Die Ergebnisse des Forschungsaufsatzes tragen zur interdisziplinären Debatte über die langwierigen Folgen von Hass, Ausgrenzung und ethnischen Konflikten für Gesellschaften bei und liefern der Politik eine empirische Grundlage, um Strategien zu entwickeln, die den wirtschaftlichen Entscheidungsprozess von Haushalten auf lange Sicht beeinflussen.